2003 hat mich eine junge Frau in meiner Funktion als Tuttlinger Gemeinderätin angesprochen. Sie war von einer Fehlgeburt betroffen und hat mich gebeten, mich für ein Grabfeld für die verstorbenen Frühgeburten auf dem Tuttlinger Friedhof einzusetzen. 2004 hat dann der Gemeinderat der Stadt Tuttlingen den Antrag für das Grabfeld einstimming beschlossen.

Petra Schmidt-Böhme

Als Betroffene möchte ich mich dafür einsetzen, dass alle Informationen rund um das Thema Sternenkinder für jeden zur Verfügung stehen und sich keine betroffene Familie mit diesem Erlebnis alleingelassen fühlt oder sich mit Fragen ohne Antworten beschäftigen muss. Ich möchte Mut machen und Dasein, wenn es gebraucht wird.
Teresa Rasa

Mein Sternenkind.
"Auch wenn deine kleinen Füße die Erde nie berührten, sind deine Spuren trotzdem da."
Zu erfahren mein Kind verloren zu haben, hat mein Herz zerrissen. Mit Betroffenen zu sprechen und einen Ort zu haben, wo man trauern kann, hat mir persönlich geholfen.
Trauer muss nicht schnell heilen und es gibt nicht immer eine Lösung, aber die Unterstützung und Liebe eines anderen Menschen können ein unglaubliches Gefühl der Erleichterung bringen. Jeder Schritt in dieser Zeit ist wertvoll und sollte mit Empathie und Geduld begleitet werden.
Man muss nicht immer wissen, wie es weitergeht, aber man kann zeigen, dass man da ist. Der Schmerz wird mit der Zeit nicht verschwinden, aber er wird erträglicher. Die Erinnerung an unsere geliebten Kinder werden immer ein Teil von uns bleiben. Gemeinsam können wir die Stärke finden, weiterzugehen.
Debora Sovec

Seit 10 Jahren bin ich nun als evangelische Seelsorgerin im Krankenhaus in Tuttlingen tätig. Zu den Aufgaben der Seelsorge gehörte von Anfang an auch die Gestaltung der Trauerfeiern für die Sternenkinder. Ein Kind ist, vom ersten Moment an, ein wichtiger Teil des Lebens der Eltern. Die Gedanken kreisen um dieses wachsende Kind, wir stellen uns vor, wie es langsam größer wird und wie es aussehen wird, suchen ihm einen Namen. Wir wünschen ihm ein Leben in Geborgenheit und stellen uns vor, wie das Leben mit ihm sein wird. Umso schlimmer ist es, wenn uns dieses Kind wieder genommen wird, denn wir haben sein Wachsen mit viel Liebe und Hoffnungen begleitet. Deshalb ist es mir wichtig, die Sternenkinder und ihre Eltern liebevoll zu begleiten und der Trauer der Familie einen Raum zu schaffen.
Petra Stromberg

Meine Aufgabe als Pastoralreferent ist es, Menschen in besonderen Situationen zu begleiten. Wenn es freudige Momente sind, ist das immer wieder richtig schön.
Wenn schwere Dinge sich nicht ändern lassen, ist Dasein manchmal das Einzige, was Sinn macht. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir den Schlüssel in der Hand haben, wie wir damit umgehen - im vertrauen zu Gott, der:die in Liebe da ist. Darum gestalten wir gemeinsam die Trauerfeier und Beisetzung der "Sternenkinder", damit ihre Eltern und Familien in dieser so schwierigen Zeit spüren, wir sind nicht allein in unserem Schmerz, sondern jemand ist da für uns.
Matthias Gärtner

Als Mutter von zwei Sternenkindern kenne ich den Schmerz, kann die Trauer nachempfinden, kenne den Leidensweg und die Probleme, mit denen man nach dem Verlust zu kämpfen hat.

Ich möchte helfen, die Existenz von Sternenkindern zu enttabuisieren, die heutigen Möglichkeiten Abschied zu nehmen weiterverbreiten und bekannt machen.

Betroffenen Familien Mut zu machen und Hoffnung zu geben sind meine Motivation mich in der Initiative zu engagieren.
Einen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen, die Ihr Kind verloren haben, regelmäßig zum Austausch treffen können, Kontakte knüpfen, sich Verständnis, Kraft und Hoffnung geben, ist meine Vision – ein monatliches Sternenkindercafé in lockerer Atmosphäre mein Ziel.
Melanie Schmitt 

Als Petra Schmidt-Böhme und der damalige Chefarzt Dr. Martin Guggenberger 2003 auf mich zu kamen und fragten ob ich mein Fachwissen als Bestatterin bei ihrem Vorhaben einbringen möchte, zögerte ich nicht lange. Nicht als Bestatterin, aber vorallem auch nicht als Mutter eines Sternenkindes, von welchem zur damaligen Zeit kein Abschied genommen werden konnte. Ein absolutes Herzensprojekt für mich entstand.
So konnten wir in den letzten 20 Jahren vielen Eltern ermöglichen von Ihren Kindern würdevoll Abschied zu nehmen.
Uta Martin 

Gerda Röther 

Anette Glaser